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Berufsunfähigkeitsversicherung



Der staatliche Invalidenschutz reicht nicht aus, sind sich die Verbraucherverbände einig. Deshalb raten sie zur privaten Vorsorge mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung. In der Rangfolge der Wichtigkeit steht sie gleich hinter der Kranken-, Renten- und Haftpflichtversicherung. Kein Wunder, etwa jeder vierte Arbeitnehmer muss sich aus gesundheitlichen Gründen noch vor dem Rentenalter aus dem Berufsleben zurückziehen. Die häufigsten Gründe dafür sind Gelenkverschleiß, Herz-Kreislauferkrankungen, Rückenprobleme und psychische Leiden.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung garantiert dem Versicherten gerade in diesem Fall eine Leibrente bis zum Rentenalter. Der Vorteil: Der Versicherte hat bereits einen Leistungsanspruch bei einem Berufsunfähigkeitsgrad von 50 Prozent, unabhängig davon, ob er noch andere Arbeiten verrichten kann. Damit ist die Berufsunfähigkeitsversicherung die einzige Police, die bei Berufsunfähigkeit umfassend schützt, ohne den Betroffenen auf andere Erwerbstätigkeiten zu verweisen. Allerdings hat der umfassende Schutz auch seinen Preis - das Risiko einer vorzeitigen Berufsunfähigkeit ist statistisch recht hoch. Daher können viele sich die Police nicht leisten oder werden gleich vom Versicherer abgelehnt, da ihr Versicherungsrisiko zu groß ist. Letztlich entscheidet nämlich der Gesundheitszustand, das Alter, das Geschlecht und der Beruf darüber, welchen Tarif der Versicherer dem Kunden für den Schutz berechnet. Wer bereits krank ist, ein höheres Alter hat und einen gefährlicheren Beruf ausübt, zahlt Risikozuschläge.

Da die Versicherer die Risikofaktoren recht unterschiedlich gewichten, gibt es zwischen ihnen erhebliche Preisunterschiede von bis zu 1000 Euro (Finanztest 6/2009). Deshalb sollten Verbraucher sich stets mehrere Angebote von verschiedenen Anbietern einholen und die mehrere Berufsunfähigkeitsversicherungen vergleichen. Doch Vorsicht, beim Vergleich gilt: Die Qualität hat Vorrang. Was nützt schon eine billige Versicherung, die im Zweifelsfall nicht zahlt. Wer keine Chance mehr auf ein gutes Angebot hat, kann sich mit anderen Produkten teilweise gegen Berufsunfähigkeit versichern, zum Beispiel mit einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung, Dread Disease Police oder Grundfähigkeitsversicherung. Jedoch bieten sie nur punktuelle Sicherheit. Deshalb kommt es darauf an, die Police anhand der individuellen Risiken auszuwählen und individuell anzupassen.